Beitrag vom 11.08.2010
Keine Träume trotz Traumstart
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| Mario Herrmannsdörfer kann nach geglücktem Saisonstart strahlen. | ||
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Mario Herrmannsdörfer: Der Spieler Mario Herrmannsdörfer ist mit sechs Punkten sicher zufrieden, denn besser geht es nun einmal nicht. Der Trainer Mario Herrmannsdörfer ist allerdings noch nicht zufrieden, denn das Potenzial, das in der Mannschaft steckt, konnte noch nicht vollständig abgerufen werden. Wir haben jedenfalls beide Mal noch nicht so gespielt, wie ich mir das vorstelle.
Dann muss die Konkurrenz sich aber warm anziehen, wenn Sie sozusagen mit „halber Kraft“ zwei Siege einfahren.
Mario Herrmannsdörfer: Nein, die Konkurrenz muss sicher keine Angst haben. Mein Kader hat einen Altersdurchschnitt von 22,4 Jahren. Mit Ausnahme meiner Person waren am letzten Wochenende zehn Oberhaider auf dem Platz gestanden, das muss man in dieser Liga erstmal finden. Grundsätzlich ist das hier – unabhängig von meiner Person – als längerfristiges Projekt angelegt, in der die Mannschaft noch viel Luft nach oben hat. Diesen eingeschlagenen Weg wollen wir kontinuierlich weiter verfolgen. Der gute Start stimmt uns froh, ist aber nicht mehr und nicht weniger als eine Momentaufnahme, denn eine junge Mannschaft, die gerade im zweiten Jahr in der Bezirksliga spielt, wird Rückschläge erleiden und diese wegstecken müssen. Ich weiß den aktuellen Stand daher sehr gut einzuschätzen.
Was konkret hat Ihnen denn am bisherigen Auftreten Ihrer Mannschaft noch nicht gefallen?
Mario Herrmannsdörfer: Wenn ein neuer Trainer auf eine neue Mannschaft trifft, dann treffen da auch unterschiedliche Vorstellungen aufeinander. Wir haben zuletzt sehr intensiv gearbeitet, aber die taktischen Vorgaben gilt es noch besser umzusetzen. Im Idealfall müssen wir in der Lage sein, Disziplin und Ordnung über 90 Minuten zu halten. Ich hatte in dieser Hinsicht mit Norbert Schlegel in Memmelsdorf einen großen Mentor. Erstmal gilt es hinten nichts zuzulassen, denn nach vorne sind wir immer in der Lage ein Tor zu schießen.
Einige Stützen aus der Vorsaison finden sich derzeit auf der Ersatzbank wieder. Allen voran Patrick Jameson oder Torjäger Marcus Rohmer.
Mario Herrmannsdörfer: Mich hat von vornherein nicht interessiert, was im letzten Jahr war. Ich habe in den sechs Wochen, die wir als Mannschaft zusammen sind meine Eindrücke gesammelt. Marcus Rohmer ist auf einem sehr guten Weg, dementsprechend hat er am Wochenende auch eine Halbzeit gespielt. Ich richte mich da ganz nach Trainingseindrücken und –beteiligung. Wir sind heuer einfach qualitativ breiter aufgestellt. Wenn man Jameson oder Rohmer einwechseln kann, dann sind das schon Trümpfe, die man da noch im Ärmel hat. Das zeugt aber auch nur von dem guten Gefüge und der Qualität innerhalb der Mannschaft.
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| Marcus Rohmer (li.) kommt derzeit von der Bank, traf in den ersten beiden Saisonspielen aber schon zweimal. | ||
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Eine Mannschaft, die sich dennoch auf vielen Positionen im Vergleich zum Vorjahr verändert hat.
Mario Herrmannsdörfer: Der breite Kader war auch der Gewinnbringer in den letzten beiden Spielen. Eine Mannschaft besteht nun mal nicht nur aus elf Spielern. Wenn ich derzeit auswechsle ändert sich am Niveau des Teams nichts. Bis auf Marco Mosig, Florian Simon und Steffen Seidelmann, mit dem ich nach seiner schweren Knieverletzung allerdings frühestens zum Ende der Vorrunde rechne, habe ich derzeit keine verletzten Spieler. Auf einigen Positionen habe ich die Qual der Wahl, aber über eine lange Saison mit 30 Spieltagen brauche ich auch einen solchen Kader, um in der Liga zu bestehen. Wenn dauerhaft einige Eckpfeiler wegbrechen wird es schwer die gesteckten Ziele zu erreichen.
Hat sich denn an der Zielvorgabe etwas geändert? Gilt Ihr Augenmerk weiterhin dem Klassenerhalt oder…
Mario Herrmannsdörfer (unterbricht): … kein „Oder“. Die Liga war letztes Jahr brutal eng. Mit zwei Punkten mehr wärst du auf dem Relegationsrang gestanden, bei drei Punkten weniger abgestiegen. Ich werde den Teufel tun nun mit einer noch jüngeren Mannschaft etwas anderes als den Klassenerhalt anzustreben. Im zweiten Jahr in der Liga – das bekanntlich immer das schwierigste ist – wäre es fast schon unverschämt, in jedem Fall aber vermessen, sich andere Ziele zu stecken.



