Steffen Seidelmann
Gut Holz, "Hackstock"!
von Bernd Riemke
Als unbequemer Verteidiger mit einem wenig charmanten Spitzanmen hat sich der 23-Jährige in der Kreisliga längst einen Namen gemacht. Doch
nicht nur seine Gegenspieler räumt er reihenweise mit fairen Mitteln ab. Im defensiven Allround-Talent schlummern noch ganz andere Fähigkeiten, die er im anpfiff-Porträt bereitwillig
darlegte...
"Wir haben ein Junioren-Hallenturnier in Trossenfurt drei Jahre nacheinander gewonnen und sind danach nicht mehr eingeladen worden", schmunzelt Steffen Seidelmann, der trotz seiner jungen Jahre
auf eine ereignisreiche Karriere zurückblicken kann. Der echte "Oberhaider Jung'" durchlief bei seinem FC alle Jahrgänge von der Schüler bis zum Durchmarsch in die 1. Herrenmannschaft. Auch bei
den Positionen, die er im Laufe der Jahre bekleidete, ließ er so gut wie keine aus. In der Abwehr angefangen, rückte er über das Mittelfeld in den Sturm, ehe ihn sein jetziger Coach Jürgen Pflaum
wieder zum Defensivkünstler umfunktionierte. Ob Matthias Schmitt, Matthias Müller, Sebastian Weyrauther, Philipp Stark oder Patrick Jameson - sie alle haben eines gemeinsam. Sie sind
Mannschaftskollegen des 23-jährigen Außenverteidigers und waren es schon lange Jahre vorher im Juniorenbereich. Kein Wunder, dass der FCO-Nachwuchs einen Erfolg nach dem nächsten einheimste. Drei
Aufstiege in Folge waren mindestens ebenso spektakulär wie manche Pokalsensation, als die Bayernligisten aus Hallstadt oder Bamberg ihr blaues Wunder in Oberhaid erlebten. "Wir waren mit diesen
Gegnern auf Augenhöhe", blickt Seidelmann stolz auf vergangene Jahre im Dress der Blau-Weißen zurück. Die höherklassigen Teams mussten herhalten, um sich auf ähnlichem Niveau zu messen, denn in
der eigenen Liga war adäquate Konkurrenz dünn gesät. Aus dem linken Mittelfeld heraus erzielte Steffen Seidelmann im Laufe einer Saison beachtliche 45 Treffer - zum Titel des Torschützenkönigs
reichte diese Quote jedoch bei weitem nicht aus.
Lehrjahre
"Ich hab schon einen ordentlichen Bumms", rückt der Bayern-Fan seine Qualitäten in den Vordergrund - obgleich er in seiner Rolle in der Viererkette natürlich deutlich weniger beim Torjubel in Erscheinung tritt. Viererkette - als Seidelmann von diesen Plänen des neuen Trainers Jürgen Pflaum erfuhr war die Verwunderung zunächst groß. "Wir sind hinten eh schlecht", so das einhellige Credo, also warum sollte man dieses Wagnis nicht eingehen. Als dann jedoch auch noch sein Name aufgerufen wurde, bestand Redebedarf. "Du bist schnell und zweikampfstark", so die Begründung Pflaums und schon hatte der 188cm große Linksfuß seine neue Bestimmung gefunden. Auch wenn die Verständigung anfangs nur äußerst schwer klappte, haben die Akteuere das neue System inzwischen verinnerlicht. Der sportliche Eroflg stellte sich allmählich ein. Erfolg, der Seidelmann zunächst verwehrt blieb, als er aus der Jugend herauskam und prompt ins kalte Wasser Kreisliga geworfen wurde. "Ich habe Lehrgeld gezahlt und fleißig Verwarnungen, manchmal sogar Platzverweise gesammelt, weil ich einfach immer drauf bin und an jeden Ball kommen wollte", erinnert er sich an die schwere Anfangszeit, in der Seidelmann aber auch viel Zeit zum Lernen hatte. Lernen, zurückzustecken und vor allem im Zweikampf cleverer zu agieren. "Da muss man sich durchbeißen", lautet seine Devise und er tat es.
Lehrjahre
"Ich hab schon einen ordentlichen Bumms", rückt der Bayern-Fan seine Qualitäten in den Vordergrund - obgleich er in seiner Rolle in der Viererkette natürlich deutlich weniger beim Torjubel in Erscheinung tritt. Viererkette - als Seidelmann von diesen Plänen des neuen Trainers Jürgen Pflaum erfuhr war die Verwunderung zunächst groß. "Wir sind hinten eh schlecht", so das einhellige Credo, also warum sollte man dieses Wagnis nicht eingehen. Als dann jedoch auch noch sein Name aufgerufen wurde, bestand Redebedarf. "Du bist schnell und zweikampfstark", so die Begründung Pflaums und schon hatte der 188cm große Linksfuß seine neue Bestimmung gefunden. Auch wenn die Verständigung anfangs nur äußerst schwer klappte, haben die Akteuere das neue System inzwischen verinnerlicht. Der sportliche Eroflg stellte sich allmählich ein. Erfolg, der Seidelmann zunächst verwehrt blieb, als er aus der Jugend herauskam und prompt ins kalte Wasser Kreisliga geworfen wurde. "Ich habe Lehrgeld gezahlt und fleißig Verwarnungen, manchmal sogar Platzverweise gesammelt, weil ich einfach immer drauf bin und an jeden Ball kommen wollte", erinnert er sich an die schwere Anfangszeit, in der Seidelmann aber auch viel Zeit zum Lernen hatte. Lernen, zurückzustecken und vor allem im Zweikampf cleverer zu agieren. "Da muss man sich durchbeißen", lautet seine Devise und er tat es.
Klassenerhalt als größter Erfolg
Heute ist jeder froh, dass er selbst im Trainingsspiel nicht gegen den eigenen Haudegen spielen muss, dem aus vergangenen Zeiten dennoch eine Schwäche erhalten geblieben ist. Trotz seiner Größe ist Seidelmann wahrlich kein Kopfballwunder. Ein Manko, an dem der ehrgeizige Spieler feilen wird. Denn der Erfolg pflasterte über weite Strecken seinen Weg. Als größten Erfolg beziffert der Phlipp Lahm-Fan jedoch einen sportlich eher weniger Angesehenen - Klassenerhalt! Es war die zweite Saison, die Steffen Seidelmann in der 1. Mannschaft spielte. Viele erfahrene Führungsspieler hatten ihre Stiefel endgültig an den Nagel gehängt und die Jungen waren beinahe auf sich alleine gestellt. Am Ende einer kräftezehrenden Spielzeit stand der Relegationsplatz in der Kreisliga. "In Lisberg standen die Zuschauer in Dreierreihen. So eine Atmosphäre habe ich noch nie erlebt", beschreibt Seidelmann das Relegationsspiel auf neutralem Platz gegen DJK Stappbenbach, das letztlich 3:2 gewonnen wurde. Der eigene Anteil daran war freilich eher gering. Zur Halbzeit wurde der jugendliche Heißsporn rotgefährdet ausgewechselt.
Heute ist jeder froh, dass er selbst im Trainingsspiel nicht gegen den eigenen Haudegen spielen muss, dem aus vergangenen Zeiten dennoch eine Schwäche erhalten geblieben ist. Trotz seiner Größe ist Seidelmann wahrlich kein Kopfballwunder. Ein Manko, an dem der ehrgeizige Spieler feilen wird. Denn der Erfolg pflasterte über weite Strecken seinen Weg. Als größten Erfolg beziffert der Phlipp Lahm-Fan jedoch einen sportlich eher weniger Angesehenen - Klassenerhalt! Es war die zweite Saison, die Steffen Seidelmann in der 1. Mannschaft spielte. Viele erfahrene Führungsspieler hatten ihre Stiefel endgültig an den Nagel gehängt und die Jungen waren beinahe auf sich alleine gestellt. Am Ende einer kräftezehrenden Spielzeit stand der Relegationsplatz in der Kreisliga. "In Lisberg standen die Zuschauer in Dreierreihen. So eine Atmosphäre habe ich noch nie erlebt", beschreibt Seidelmann das Relegationsspiel auf neutralem Platz gegen DJK Stappbenbach, das letztlich 3:2 gewonnen wurde. Der eigene Anteil daran war freilich eher gering. Zur Halbzeit wurde der jugendliche Heißsporn rotgefährdet ausgewechselt.
Mister Sonderaufgabe will hoch hinaus
Wie sich die Zeiten doch ändern. Inzwischen steht der FCO wieder ganz oben und nicht mehr die gegnerischen Stürmer sind es, die mit ihm Katz und Maus spielen, sondern er ist es, der die hoch
gelobten Angreifer zur Verzweiflung treibt. "Selbst DJ Leisgang hat kein einziges Mal gegen mich auf unser Tor geschossen", verkündet Seidelmann stolz. An Sonderaufgaben hat er sich inzwischen
jedenfalls gewöhnt. Denn immer dann, wenn der kommende Gegner einen besonders gefährlichen Mann in seinen Reihen hat, muss Seidelmann schon Mal die Viererkette verlassen und darf im defensiven
Mittelfeld Manndecker spielen. Daniel Nöth von der DJK Tütschengereuth oder Martin Kotissek aus Buttenheim waren solche Kandidaten, die immer wieder seinen Weg kreuzten. Genau da liegt auch das
Dilemma, in dem sich der Kassier der 1. Mannschaft des FCO befindet. Die ausgesprochen gute Kameradschaft und das harmonische Miteinander in Oberhaid auf der einen Seite und das Liebäugeln mit
der Höherklassigkeit auf der anderen. "Es muss auch neben dem Platz passen. Obwohl ich ehrgeizig bin und jedes Sipel gewinnen will, möchte ich auch mit meinen Mitspielern zusammensitzen und ein
Bierchen trinken können", beschreibt er sein Harmoniebedürfnis um im gleichen Atemzug zu verkünden: "Wenn es sich ergibt, reizt es mich schon, einmal in der Bezirksoberliga anzugreifen!"
Alle Neune auf der Kegelbahn
Das alles muss jedoch auch im Einklang mit der beruflichen Weiterentwicklung stehen. Da Seidelmann derzeit an den Wochenenden die Schulbank drückt, um Industriemeister zu werden, ist er zeitlich einigermaßen eingeschränkt. Zeit für den eigenen Garten bleibt jedoch immer. Bäume stutzen, Hecken anfplanzen und abends nach getaner Arbeit Wil Smith im Fernsehen anschauen. Eine Fernsehsendung war es auch, die für kräftig Lacher im internen Mannschaftskreis führte. Trainer Jürgen Pflaum gönnte seinen Jungs einen erholsamen Saunatermin während der kräftezehrenden Trainingszeit. Kapitän Holger Eichelsdörfer oblag es "nur" noch, den Termin mit der Mannschaft abzusprechen. Das klappte jedoch nicht, weil der Capitano "Heroes" angucken musste - Eichelsdörfer auf dem Sofa und das Team eben nicht in der Sauna. Heiß her ging es für Steffen Seidelmann im Übrigen nicht immer nur auf dem grünen Rasen. Schon im jugendlichen Alter traf er auf der Kegelbahn in Oberhaid überdurchschnittlich gut, weshalb es ihn für ein Jahr in die Regionalliga zum Polizei SV Bamberg zog. 495 Holz bei hundert Schub sind eine Quote, die ihm so leicht keiner nachmacht. Auswärtsfahrten bis nach Tauberbischofsheim stellten ihn jedoch vor die Wahl: Fußball oder Kegeln. Das kleine runde Leder gewann und bislang ging es für Steffen Seidelmann von Rückschlägen befreit beinahe unaufhaltsam nach oben...
Das alles muss jedoch auch im Einklang mit der beruflichen Weiterentwicklung stehen. Da Seidelmann derzeit an den Wochenenden die Schulbank drückt, um Industriemeister zu werden, ist er zeitlich einigermaßen eingeschränkt. Zeit für den eigenen Garten bleibt jedoch immer. Bäume stutzen, Hecken anfplanzen und abends nach getaner Arbeit Wil Smith im Fernsehen anschauen. Eine Fernsehsendung war es auch, die für kräftig Lacher im internen Mannschaftskreis führte. Trainer Jürgen Pflaum gönnte seinen Jungs einen erholsamen Saunatermin während der kräftezehrenden Trainingszeit. Kapitän Holger Eichelsdörfer oblag es "nur" noch, den Termin mit der Mannschaft abzusprechen. Das klappte jedoch nicht, weil der Capitano "Heroes" angucken musste - Eichelsdörfer auf dem Sofa und das Team eben nicht in der Sauna. Heiß her ging es für Steffen Seidelmann im Übrigen nicht immer nur auf dem grünen Rasen. Schon im jugendlichen Alter traf er auf der Kegelbahn in Oberhaid überdurchschnittlich gut, weshalb es ihn für ein Jahr in die Regionalliga zum Polizei SV Bamberg zog. 495 Holz bei hundert Schub sind eine Quote, die ihm so leicht keiner nachmacht. Auswärtsfahrten bis nach Tauberbischofsheim stellten ihn jedoch vor die Wahl: Fußball oder Kegeln. Das kleine runde Leder gewann und bislang ging es für Steffen Seidelmann von Rückschlägen befreit beinahe unaufhaltsam nach oben...


