Fünf Tore ins Glück
FCO krönt sich selbst
von Bernd Riemke
Drei Spieltage vor Saisonende macht sich der FC Oberhaid selbst zum Kreisligameister und setzt damit das i-Tüpfelchen auf eine in allen Belangen überragende Saison. Im Schlussakkord wurde den zahlreich mitgereisten Fans in Stegaurach noch einmal ein Leckerbissen geboten, der alles hatte, was das Fußballherz begehrt…   
… vor allem Zittern bis zum Schluss! Mit 5:2 führte die Truppe von Trainer Jürgen Pflaum bereits im Aurachtal, ehe es die Blau-Weißen noch einmal spannend machten, in den Schlussminuten jedoch den einen zum vorzeitigen Titelgewinn nötigen Punkt einfuhren und nach dem 5:5 in Stegaurach die Sektkorken knallen ließen. Seit dem 31. August 2008 blieb man in 23 Spielen ungeschlagen und konnte sich somit Schritt für Schritt von der unmittelbaren Konkurrenz absetzen. Musste man den Herbstmeistertitel noch der DJK Tütschengereuth überlassen, so stand der FCO bereits zum Jahreswechsel mit einem Zähler Vorsprung auf dem Platz an der Sonne. Der Auftakt ins Jahr 2009 hatte es auch gleich in sich. Das „Warmschießen“ gegen DJK Königsfeld gelang beim 7:1-Heimerfolg mehr als eindrucksvoll, denn in den nächsten beiden Partien sollten die Weichen endgültig Richtung Meisterschaft gestellt werden. In Tütschengereuth holten sich Rohmer & Co ein letztlich ungefährdetes 0:0 und nur eine Woche später wurde die starke Reserve des SV Memmelsdorf mit 4:2 nach Hause geschickt. Ein kleines Punktepolster war geschaffen, an dem letztlich nur noch der SC Reichmannsdorf zu rütteln versuchte. Im wohl vorentscheidenden Spiel um Platz 1 holte Oberhaid jedoch in beeindruckender Manier einen frühen 0:2-Rückstand auf, glich schließlich zum 2:2 aus und setzte somit erneut einen jener big points im kräftezehrenden Dreikampf um die Spitze.
FCO - eine große Familie

Man würde der gesamten Mannschaft nicht gerecht werden, machte man den größten Erfolg seit dem erstmaligen Aufstieg in die Bezirksliga im Jahr 1986 am Sturmduo Rohmer und Bergmüller fest, doch weit mehr als die Hälfte der 79 erzielten Treffer – das ist ohnehin die beste Quote aller Teams – geht auf das Konto der dynamischen Zwei, die sich in vorderster Front so prächtig ergänzen. Was wären sie jedoch ohne einen Holger Eichelsdörfer, der es so wundervoll versteht, ein Spiel zu lesen und seine Nebenleute glänzend in Szene zu setzen. Was wären sie ohne einen Patrick Jameson, der technisch versierten Arbeitsbiene im Mittelfeld und nicht zuletzt ohne einen Matthias Schmitt zwischen den Pfosten, der trotz seines beinahe noch jugendlichen Alters zum großen Rückhalt seiner Farben wurde. Dass der FC Oberhaid eine große Fußballer-Familie ist, wurde nicht zuletzt nach gut einer gespielten Stunde in Stegaurach deutlich – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Dietmar Seidelmann und seine Neffe – zugleich Kapitän des Teams – Steffen Seidelmann stehen ohnehin seit zehn Spielen gemeinsam in der Startformation. Als Dietmar Seidelmann von Erfolgs-Trainer Jürgen Pflaum ausgewechselt wurde, macht er Platz für Pascal Seidelmann, seinen Sohn. Ein Novum, dass es in dieser Form wohl nicht allzu häufig zu beobachten gilt. „Noch einmal Meister zu werden, wäre ein absoluter Traum“, orakelte Dietmar Seidelmann nach seinem Kreisliga-Debüt im März noch im anpfiff-Interview. Nun machte er diesen Traum wahr und sorgte zugleich für das Highlight in Stegaurach, als er zum Flitzer wurde und – bis auf die Stutzen entblößt – einmal quer über das Spielfeld lief, angefeuert von seinen freudetrunkenen Kameraden, die mit den „besten Fans der Welt“ und etlichen Sektflaschen den grünen Rasen in eine Partymeile verwandelten.

Ein Titel zum Abschied

Das mit weitem Abstand beste Rückrundenteam, das auswärts im bisherigen Verlauf keine einzige Niederlage einstecken musste, ist ein mehr als würdiger und verdienter Meister der Kreisligasaison 2008/09. Trainer Jürgen Pflaum, in der kommenden Saison Trainer in Stegaurach, hätte sich kein schöneres Abschiedsgeschenk machen können. Seit seinem Amtsantritt im Sommer 2006 ging es für den FCO stetig bergauf. Nach Platz 6 folgte Rang 3 und nun die Krönung in einer Saison, in der der neue Meister nie schlechter als auf Position vier stand. Es ist müßig, nach Superlativen zu suchen, denn der FC Oberhaid IST die Superlative der Kreisliga!