Trainer der Saison in der Bezirksliga
Ein Aufsteiger ist die Nummer 1
von Bernd Riemke
Einen fünften Platz weitab der Abstiegsränge hätte dem FC Oberhaid vor der Saison wohl kaum jemand zugetraut. Dieser Erfolg ist ohne Zweifel auch ein Verdienst des Trainers. Marco Hornung übernahm den Aufsteiger erst zu Saisonbeginn und durchlief mit der Mannschaft eine atemberaubende Entwicklung. Lohn für seine Mühen ist die Wahl zum Trainer des Jahres durch die anpfiff-Leser.  
Es war letztlich eine deutliche Angelegenheit. Insbesondere im Spielkreis Bamberg konnte Hornung bei den Lesern punkten, doch auch in Coburg/Lichtenfels hatte der 37-Jährige knapp die Nase vorn. Lediglich in Kronach sahen die Leser „ihren“ Markus Fischer vom FC Mitwitz ganz vorne. In der Summe aller Spielkreise – bei der Wahl beteiligten sich mehr als 1000 Leser – kam Matthias Menger (1. FC Lichtenfels) schlussendlich auf 3,8%, Markus Fischer (1. FC Mitwitz) auf 26,5%, Kai Müller (TBVfL Neustadt/Wildenheid) auf 29,9% und der Trainer des Jahres vereinte 39,8% aller Stimmen auf sich.

  Wie in alten Zeiten. Marco Hornung hat nach der Wahl zum "Trainer des Jahres" allen Grund zum Jubeln.  
  anpfiff.info  
Herr Hornung, herzlichen Glückwunsch zu dieser Auszeichnung.
Marco Hornung: Dankeschön. Das ist zum Abschluss der Saison eine sehr schöne Auszeichnung. Es freut mich natürlich sehr, wenn man so viel Energie in seine Arbeit steckt, dass dies von den Lesern entsprechend gewürdigt wird. Vor der Saison wurden wir als Abstiegskandidat gehandelt und dann haben sich die jungen Spieler unglaublich schnell entwickelt. Ich denke, dass die Leser auch oder gerade diese Arbeit mit den jungen Spielern honoriert haben.

Eine Mannschaft, mit der Sie in der Tat eine nahezu überragende Saison gespielt haben.
Marco Hornung: Daher geht mein Dank auch an die Mannschaft. Als Trainer kannst du nur etwas leisten, wenn du eine lernwillige Mannschaft hast. Du funktionierst nur selbst, wenn die Spieler Taktik und Einstellung auch mittragen. Das hat bei meinen Jungs sehr schnell funktioniert und ich bin der Meinung, dass sich die Mannschaft sehr gut weiterentwickelt hat, so dass ich eine gefestigte Bezirksliga-Mannschaft hinterlasse.

Als Spielertrainer verpflichtet haben Sie sich selbst häufig „nur“ eingewechselt.
Marco Hornung: Weil das genau die Rolle war, wie ich sie mir vorgestellt habe. Wenn ich – wie heuer – eine Mannschaft habe, die aus jungen, talentierten Spielern besteht, würde ich mich im Zweifelsfall immer wieder auf die Bank setzen. Für einen 18-Jährigen ist es wichtig zu spielen. In meinem Alter spielt das keine so große Rolle mehr. Ich habe mich immer dann eingesetzt, wenn die Mannschaft mich gebraucht hat und ich glaube, das hat übers Jahr gesehen ganz gut funktioniert.

Nichtsdestotrotz müssen Sie Ihren Stuhl nun räumen. Verspüren Sie nach dem 5. Platz und der Auszeichnung zum Trainer des Jahres etwas Genugtuung?
Marco Hornung: Genugtuung nicht, nein! Vor dem Spiel war das Thema für mich längst durch. Ich war stolz auf das Erreichte und wollte einfach noch einmal gewinnen. Als die Fans plötzlich Transparente mit der Aufschrift „Danke Marco für die geile Zeit“ hochgehalten haben und mir Abschiedsgeschenke überreicht wurden, ist es mir dann doch schwer gefallen und das hat in mir ein bisschen die Wehmut geweckt.

Sie haben bewiesen, was Sie zu leisten im Stande sind. Werden wir Sie denn im kommenden Jahr wieder als Trainer beobachten können?
Marco Hornung: Im Moment nicht. Ich nehme meinen Spielerpass aus Oberhaid mit und hebe ihn zu Hause auf. Wenn sich etwas Interessantes ergibt, dann fange ich jederzeit gerne wieder an. Nur um Trainer zu sein, mache ich es aber bestimmt nicht. Die Spielklasse ist dabei uninteressant. Es sollte eben ein Verein mit Visionen sein, bei dem ich etwas bewegen kann. Grundsätzlich würde ich gerne wieder als Spielertrainer arbeiten. Einige Anfragen waren zwar da, aber die haben entweder mir nicht hundertprozentig zugesagt beziehungsweise hat sich der Verein für eine andere Trainerwahl entschieden.

Bei der anpfiff-Trainerwahl haben Sie renommierte Trainer hinter sich gelassen…
Marco Hornung: Für „Katsche“ Müller und meinen Heimatverein TBVfL Neustadt/Wildenheid freue ich mich wahnsinnig, dass sie vollkommen verdient Meister geworden sind. Aber auch Markus Fischer drücke ich die Daumen, dass der FCM es über die Relegation schafft aufzusteigen. Dann hätten diese beiden Kollegen auch ihren „Titel“. Matthias Menger wünsche ich vor allem viel Erfolg fürs nächste Jahr. Beim 1. FC Lichtenfels hatte ich in der Landesliga mein schönstes Jahr als aktiver Fußballer und der Verein gehört einfach mindestens eine Liga höher.