Carsten Joneitis
Vom Fußballplatz ins Bürgermeisteramt
von Robert Schäfer
Seit 1. Mai 2008 hat die Gemeinde Oberhaid einen neuen Bürgermeister: Carsten Joneitis von der SPD. Der gelernte Verwaltungsfachwirt, der vor seinem Amtsantritt als Geschäftsstellenleiter und
Kämmerer der Gemeinde Altendorf tätig war, führte mit seiner Wahl nicht nur eine langjährige Tradition sozialdemokratischer Bürgermeister in Oberhaid fort, sondern zugleich auch eine ebenso
langjährige Tradition von Vorsitzenden des FC Oberhaid, die diese hohe Amt bekleiden. Doch Carsten Joneitis ist beleibe kein „Schreibtischtäter“. „Mein ganzes Leben drehte sich bislang um
Fußball“, sagt er und übertreibt damit keineswegs. Denn der Kommunalpolitiker jagte selbst fast dreißig Jahre dem runden Leder hinterher, in Oberhaid sowie in seiner Heimatgemeinde
Windischeschenbach.
Mit Windischeschenbach bis in die BOL
Dort, im Norden der Oberpfalz, wurde Carsten Joneitis 1969 geboren. Im Alter von sechs Jahren begann er seine aktive Laufbahn bei der heimischen SpVgg. Von den Schülern über die Jugend schaffte es Joneitis schließlich bis in die Erste Mannschaft, die Ende der achtziger Jahre die wohl erfolgreichste Zeit der Vereinsgeschichte erlebte. 1988, bei der Neueinteilung der Spielklassen, schaffte Windischeschenbach die Qualifikation zur Bezirksoberliga, und Carsten Joneitis war als einer der jüngsten Spieler mit dabei. Eine richtig gute Mannschaft sei Windischeschenbach damals gewesen, so erinnert er sich, doch leider schaffte es die SpVgg nicht, sich auf Dauer in der neuen Liga zu etablieren. Nach nur einem Jahr stieg der Heimatverein des Oberhaider Bürgermeisters 1989 wieder in die Bezirksliga ab. Bald danach nahm Carsten Joneitis seinen Abschied, nicht etwa aus sportlichen Gründen, sondern vielmehr, weil er zwischenzeitlich seine Frau kennen gelernt hatte – und die wiederum stammte aus Oberhaid.
Mit Windischeschenbach bis in die BOL
Dort, im Norden der Oberpfalz, wurde Carsten Joneitis 1969 geboren. Im Alter von sechs Jahren begann er seine aktive Laufbahn bei der heimischen SpVgg. Von den Schülern über die Jugend schaffte es Joneitis schließlich bis in die Erste Mannschaft, die Ende der achtziger Jahre die wohl erfolgreichste Zeit der Vereinsgeschichte erlebte. 1988, bei der Neueinteilung der Spielklassen, schaffte Windischeschenbach die Qualifikation zur Bezirksoberliga, und Carsten Joneitis war als einer der jüngsten Spieler mit dabei. Eine richtig gute Mannschaft sei Windischeschenbach damals gewesen, so erinnert er sich, doch leider schaffte es die SpVgg nicht, sich auf Dauer in der neuen Liga zu etablieren. Nach nur einem Jahr stieg der Heimatverein des Oberhaider Bürgermeisters 1989 wieder in die Bezirksliga ab. Bald danach nahm Carsten Joneitis seinen Abschied, nicht etwa aus sportlichen Gründen, sondern vielmehr, weil er zwischenzeitlich seine Frau kennen gelernt hatte – und die wiederum stammte aus Oberhaid.
Aus Liebe nach Franken
So brach Carsten Joneitis sein Zelte in der Oberpfalz ab und wagte den Schritt ins Fränkische. Ein halbes Jahr noch blieb er für Windischeschenbach aktiv und pendelte in dieser Zeit für den Fußball zwischen Oberfranken und der Oberpfalz hin und her. Dann aber vollzog er auch sportlich den Schritt nach Franken und schloss sich in seiner neuen Heimat dem FC Oberhaid an. Warum er nicht beim Lokalrivalen RSC landete? – „Ich bin durch meine Frau zum FC Oberhaid gekommen. Das war familiär vorprogrammiert“, erinnert sich Joenitis, der fortan auf seiner angestammten Position im defensiven Mittelfeld die Oberhaider verstärkte. Die spielten seinerzeit genau wie heute in der Kreisliga, die damals noch A-Klasse hieß. Integrationsprobleme gab es für den Altbayern im fränkischen Fußballdress übrigens nicht. „Ich wurde in Oberhaid sofort akzeptiert und habe mich beim FCO gleich wohlgefühlt, die Mitglieder haben mich von Anfang an geschätzt“, erinnert er sich. Carsten Joneitis dankte es dem Verein, indem er dem FC insgesamt vierzehn Jahre lang als Aktiver die Treue hielt. Er habe, so sagt Joneitis, „von der A-Klasse bis zur C-Klasse alles mit dem FCO durchschritten“, die bitteren Abstiege ebenso wie die sportlichen Erfolge, allen voran die beiden Aufstiege in die Kreisliga 1997 und 2003. Carsten Joneitis brachte es bis zum Spielführer und wurde 1997 schließlich sogar zum Vorsitzenden des Vereins gewählt, „mit überwältigender Mehrheit“, wie er sich erinnert.
„Ich bin ein Fußballwrack“
Nur ein Jahr später erlitt Carsten Joneitis allerdings einen herben Rückschlag. Bei einem Jubiläumsspiel gegen den SV Hallstadt brach er sich das Schien- und Wadenbein – mit damals ebenso ungeahnten wie unvorhersehbaren Folgen. Eineinhalb Jahre lang war Joneitis außer Gefecht, dann begann er wieder mit dem Fußballspielen, kämpfte sich sogar wieder bis in die Erste Mannschaft hoch. Dann aber bekam er 2004 unerträgliche Schmerzen im Hüftbereich. „Die Diagnose lautete auf Hüftschaden, bedingt durch eine Fehlstellung. Da ich zwischendurch auch mit meinem Hausbau beschäftigt gewesen war, hatte ich keinerlei Schonung gehabt. 2006 war daher eine Hüftoperation fällig, seither habe ich ein künstliches Hüftgelenk“. Als „Fußballwrack“ bezeichnet sich der Oberhaider Bürgermeister selbst, seine aktive Laufbahn musste er infolge der Operation schließlich beenden. Dem Fußball und dem FCO freilich blieb er auch weiterhin treu, als Vorsitzender sowie als Trainer der F- bzw. E-Jugend der JFG Oberhaid – eine Aufgabe, die ihm ganz besonders am Herzen liegt und die er auch nach seiner Wahl zum Bürgermeister nicht aufgeben möchte.
Die Jugend liegt ihm sehr am Herzen
Denn auf die Jugend hat Carsten Joneitis sein Hauptaugenmerk gerichtet. Stolz sei man auf die gute Nachwuchsarbeit im Verein, zumal angesichts der geringen finanziellen Mittel. „Den besten Schritt, den ich als Vorstand tun konnte, war der, dass ich den FC und den RSC im Jugendbereich zusammengeführt habe. Das war nicht ganz einfach, da ich vor allem von der Vereinsbasis sehr viele Schüsse bekommen habe, aber mittlerweile zahlt es sich aus. Die Früchte kommen allmählich zum Tragen. Es ist uns gelungen, etliche unserer C-Jugendspieler über die B- und A-Jugend bis in die Erste Mannschaft zu integrieren, und auch künftig werden unsere eigenen jungen Spieler, die wir noch in der Hinterhand haben und die momentan noch in der A-Jugend spielen, die Ersten Mannschaften beider Vereine verstärken“. Nicht weniger als 90% der Spieler des FCO seien Eigengewächse, eine Quote, auf die andere Vereine wohl nur mit Neid blicken können.
„Ohne den FCO hätte ich das nie erreicht“
Doch nicht nur auf dem Fußballplatz sind ihm die Sorgen und Probleme Jugendlicher ein echtes Anliegen. Auch als frischgewählter Bürgermeister nimmt die Förderung des Nachwuchses breiten Raum ein. Doch wie kam Carsten Joneitis überhaupt zu diesem Amt? – Gewisse strukturelle Verbindungen zwischen dem FCO und der Kommunalpolitik seien durchaus vorhanden, meint Joneitis. Zwei seiner Vorgänger als Vorsitzende des Vereins bekleideten ebenfalls das Bürgermeisteramt, das allein war für ihn jedoch nicht entscheidend, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren. „Zwei Dinge waren für mich ausschlaggebend. Zum einen wollte ich in Oberhaid etwas bewegen, zum anderen gab meine Erfahrung in diesem Bereich den Ausschlag. Ich bin ja politisch kein unbeschriebenes Blatt. Ich kenne mich aus, ich habe als Verwaltungsfachwirt in Altendorf die Gemeindeverwaltung mitaufgebaut. Ich wollte es daher einfach mal probieren. Ich habe mir zwar im Vorfeld schon Gedanken gemacht und mich gefragt: was willst Du damit erreichen? Aber der Erfolg hat mir letztendlich auch recht gegeben“. Ein Erfolg, der Joneitis selbst ein wenig überraschte, weiß er doch, dass es nicht immer ganz einfach ist, als Herausforderer einen amtierenden Bürgermeister zu besiegen. Dass ihm dies dennoch gelang, führt Joneitis vor allem auf sein vielseitiges Engagement im Gemeindeleben auch außerhalb des FC Oberhaid zurück. Er betont aber auch: „Ohne den FCO hätte ich das nie erreicht“.
Denn auf die Jugend hat Carsten Joneitis sein Hauptaugenmerk gerichtet. Stolz sei man auf die gute Nachwuchsarbeit im Verein, zumal angesichts der geringen finanziellen Mittel. „Den besten Schritt, den ich als Vorstand tun konnte, war der, dass ich den FC und den RSC im Jugendbereich zusammengeführt habe. Das war nicht ganz einfach, da ich vor allem von der Vereinsbasis sehr viele Schüsse bekommen habe, aber mittlerweile zahlt es sich aus. Die Früchte kommen allmählich zum Tragen. Es ist uns gelungen, etliche unserer C-Jugendspieler über die B- und A-Jugend bis in die Erste Mannschaft zu integrieren, und auch künftig werden unsere eigenen jungen Spieler, die wir noch in der Hinterhand haben und die momentan noch in der A-Jugend spielen, die Ersten Mannschaften beider Vereine verstärken“. Nicht weniger als 90% der Spieler des FCO seien Eigengewächse, eine Quote, auf die andere Vereine wohl nur mit Neid blicken können.
„Ohne den FCO hätte ich das nie erreicht“
Doch nicht nur auf dem Fußballplatz sind ihm die Sorgen und Probleme Jugendlicher ein echtes Anliegen. Auch als frischgewählter Bürgermeister nimmt die Förderung des Nachwuchses breiten Raum ein. Doch wie kam Carsten Joneitis überhaupt zu diesem Amt? – Gewisse strukturelle Verbindungen zwischen dem FCO und der Kommunalpolitik seien durchaus vorhanden, meint Joneitis. Zwei seiner Vorgänger als Vorsitzende des Vereins bekleideten ebenfalls das Bürgermeisteramt, das allein war für ihn jedoch nicht entscheidend, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren. „Zwei Dinge waren für mich ausschlaggebend. Zum einen wollte ich in Oberhaid etwas bewegen, zum anderen gab meine Erfahrung in diesem Bereich den Ausschlag. Ich bin ja politisch kein unbeschriebenes Blatt. Ich kenne mich aus, ich habe als Verwaltungsfachwirt in Altendorf die Gemeindeverwaltung mitaufgebaut. Ich wollte es daher einfach mal probieren. Ich habe mir zwar im Vorfeld schon Gedanken gemacht und mich gefragt: was willst Du damit erreichen? Aber der Erfolg hat mir letztendlich auch recht gegeben“. Ein Erfolg, der Joneitis selbst ein wenig überraschte, weiß er doch, dass es nicht immer ganz einfach ist, als Herausforderer einen amtierenden Bürgermeister zu besiegen. Dass ihm dies dennoch gelang, führt Joneitis vor allem auf sein vielseitiges Engagement im Gemeindeleben auch außerhalb des FC Oberhaid zurück. Er betont aber auch: „Ohne den FCO hätte ich das nie erreicht“.
Neue Aufgabe, viel Arbeit
Und so ist Carsten Joneitis seit Mai dieses Jahres um eine zeitintensive Aufgabe reicher. Und es wartet ohne Zweifel eine Menge Arbeit auf ihn. Gefragt nach den wichtigsten Aufgaben des neuen Bürgermeisters, zählt Joneitis gleich eine ganze Reihe von Punkten auf, und wieder nimmt die Jugend darin einen wichtigen Platz ein: „Vorrangig sind der Schuldenabbau und die Haushaltskonsolidierung, ferner die innerörtliche Gemeindeentwicklung. Vor allen Dingen gilt es aber auch Konzepte zu finden für unsere Jugendlichen, die mir sehr am Herzen liegen, Jugendförderung zu betreiben in den Vereinen sowie schließlich auch die Seniorenförderung. Das heißt, wir brauchen ein Seniorenzentrum oder eine Senioreneinrichtung, um die älteren Bürgerinnen und Bürger am Ort zu halten“. Viel zu tun also für den fußballbegeisterten Politiker, vor allem aus diesem Grund will er auch, wie er sagt, langfristig den Posten als Vereinsvorsitzender an einen würdigen Nachfolger delegieren. Verständlich, denn Zeit für Hobbys bleibt Joneitis schon jetzt kaum. „Die wenige Zeit, die ich habe, widme ich der Familie, dem Haus, dem Garten oder ich gehe mit meinem Sohn, der in der A-Jugend spielt, zum Fußball“. Für den fußballerischen Nachwuchs ist also auch familienintern gesorgt, und so dürfte der Name Joneitis auch künftig mit dem FC Oberhaid aufs Engste verbunden bleiben.


